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Gottesdienst zum Reformationstag - Wie Luther Gott neu entdeckte

Nicht Ablass, sondern Gewissheit: Herzliche Einladung zum Gottesdienst am Reformationstag Lektor Matti Ertel

Das wohl bekannteste Ereignis der protestantischen Kirchengeschichte ist Luthers Thesenanschlag. Doch ihren Ursprung finden die Thesen nicht in kirchlichen
Streitgesprächen, sondern im Hörsaal. Luthers Psalmenund Römerbriefvorlesungen
sind wegweisend. Denn aus diesen Schriften nimmt er die Überzeugung gegen den
Ablass, dass die Sünde sich nicht reparieren oder vom Menschen ablösen ließe.
Der Mensch sei vielmehr in sich selbst gekrümmt, weil er in Selbstsucht gefangen ist. Der Mensch ändere nicht, wie er ist; dagegen aber ändert Gott, wie der Mensch in seinen Augen ist. Durch Christus handelt Gott für den Menschen, um ihn als Ganzen anzuerkennen. Das ist
die Liebe Gottes. Sie zu erkennen erlöst vom Druck, der entsteht, wenn nur Gottes Urteil über die Sünde im Blick steht. Daher zielt Luther nicht eine Kirchenspaltung ab, sondern auf die Gewissheit, dass Christus verspricht, dass der Mensch darauf vertrauen kann, dass Gottes Heil auch ihm gilt. 

Matti Ertel

Bildquelle: KG