Der Himmel hat gute Laune

01. Oktober 2026
Regenbogen

Manchmal passiert es ganz plötzlich: Eben noch Regen, graue Wolken, vielleicht ein bisschen schlechte Laune – und dann steht er da. Quer über den Himmel gespannt, als hätte jemand da oben Farbe ausgekippt: der Regenbogen. Und für einen Moment bleiben wir stehen. Handy zücken. Foto machen. Foto an Freunde schicken.

Der Regenbogen da oben stand über dem Feld am Alten Holzhauser Kirchweg bei uns in Harpstedt. Dabei gibt es den bunten Himmelsbogen schon seit hunderttausenden von Jahren. Die Bibel schreibt: Nach der großen Flut setzte Gott ihn als Zeichen seines Bundes mit den Menschen an den Himmel. Eine Art göttlicher „Merkzettel“: Ich vergesse euch nicht! Ich beschütze Euch!

Das Faszinierende ist: Ein Regenbogen entsteht nicht trotz des Regens, sondern wegen ihm. Ohne Wassertröpfchen gäbe es kein Farbenspiel. Vielleicht ist das schon die erste kleine Predigt, die er hält, einfach so: Schönes wächst nicht nur im Sonnenschein. Manchmal braucht es beides. Licht und Regen. Und dann diese Farben! Keine drängelt sich in den Vordergrund, keine sagt: „Ich bin wichtiger.“ Stattdessen ein friedliches Nebeneinander.

Wenn das kein Hinweis für unsere Welt ist: Vielfalt ist kein Problem, sondern ein Geschenk. Einen Regenbogen kann man nicht festhalten. Auch nicht fotografieren, ohne dass er ein bisschen von seinem Zauber verliert. Er ist einfach da – und dann wieder weg.

Also: Beim nächsten Regenbogen einfach staunen und sich Zeit nehmen. Und sich erinnern: Gott spannt seine Zusage über unser Leben. Bunt, überraschend und manchmal genau dann, wenn wir sie am meisten brauchen.

Jörg Schafmeyer