Laut, leise, festlich, politisch
Harpstedt – Zum zweiten Mal gastierte am Samstagabend das Format „Musik in d‘ Lüchterkark“ in der Harpstedter Christuskirche. Erneut begeisterten die sechs Musiker das Publikum, das trotz schwieriger Wetterverhältnisse den zum Teil weiten Weg in das Gotteshaus gefunden hatte.
Seit mehr als 25 Jahren tourt die Gruppe von November bis Februar mit gut 30 Konzerten vor allem durch Norddeutschland. Mit ihren herzerwärmenden Klängen eroberten die Vollblutmusiker auch in Harpstedt viele Zuhörer. Bereits der Auftakt sorgte für einen Gänsehautmoment. Vor dem Altar war eine lange Reihe Kerzen aufgebaut, die den Raum erhellten. Im Bühnenbereich standen nur Keno Brandt mit seinem Kontrabass sowie Fernando Olivas mit seiner Gitarre. Sie gaben den Rhythmus vor, worauf die anderen Musiker vom Hauptportal aus in Richtung Bühne schritten. Albertus Akkermann spielte auf dem Akkordeon die Melodie von „Es ist ein Ros´ entsprungen“ an. Die Musik lebt von dem dominanten Bass Brandts und – im Kontrast dazu – der hellen, klaren Stimme von Carmen Bangert, die „nebenbei“ auch noch Drehleier, Whistles, Banjolele sowie Bombo Legüero spielt. Insgesamt ergibt es einen wohligen, vollen Klang – oder wie es Brandt in seiner Ansage formulierte: „Lüchterkark ist eine winterliche, weihnachtliche, wundervolle Welt.“
Neben den Genannten überzeugten mit ihren Soloparts Jonas Rölleke (Gesang, Violine) und Jörg Fröse (Gesang, Mandoline, Cister, Whistle, Mundharmonika). „Wir sind das zweite Mal in Harpstedt. Das scheint eine Tradition zu werden“, meinte Brandt. Das Publikum hätte nichts dagegen. „Uns hat das Ensemble mitgenommen. Es kann die lauten und leisen Töne. Es ist festlich, aber auch bunt, humorvoll und mit Songs wie ,Gegenwind` politisch, ohne aufdringlich zu sein. Ein stimmungsvoller Abend, der zum Nachdenken anregt. Beim nächsten Mal sind wir gerne wieder dabei“, zeigten Doris Draber und Jan-Peter Eilers aus Wildeshausen begeistert und hoffen auf eine Neuauflage.
Quelle Kreiszeitung Online 12.01.2026