Das Silvesterkonzert in Harpstedt lockte zahlreiche Besucher in die Christuskirche. Die Musikerfamilie überzeugte mit Orgel, Gesang und Publikumsbeteiligung.
Nach Jahrzehnten in der Kreisstadt hat die Familie Grössler-Romann aus Wildeshausen zum ersten Mal ihr traditionelles Silvesterkonzert in Harpstedt veranstaltet. Die Harpstedter gaben dem ehemaligen Kantor der Wildeshauser Alexanderkirche Ralf Grössler, der früheren Leiterin der Wildeshauser Singschule der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dagmar Grössler-Romann sowie deren Kinder Ylva und Yngve einen großen Vertrauensvorschuss. Nur wenige Plätze blieben am Mittwochabend in der Christuskirche frei. Etliche Besucher mussten auf die Seitenbänke ausweichen. Die Musiker-Familie bestätigte die in sie gesetzten Erwartungen mit einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm.
„Familie Grössler-Romann zaubert für Sie mit Musik, lustiger Unterhaltung, verblüffender Rhythmusakrobatik und viel Herz Ihre persönlichen Glücksmomente. Ein fröhliches und silvesterfunkelndes Konzert mit Klavier, Gesang, Vibraphon, Orgel und Percussion. Doch auch Sie, das Publikum, sind wie eh und je gefragt, diesen Abend mitzugestalten und mitzumachen“, hatte die Konzerte AG der Harpstedter Kirchengemeinde zuvor angekündigt und nicht zu viel versprochen.
Der Abend stand unter dem Motto „Glücksmomente“, und die begannen direkt mit der musikalischen Eröffnung. Ralf Grössler spielte auf der Orgel die „Festliche Fantasie“, ein Werk mit weihnachtlichen Anklängen des zeitgenössischen Organisten und Komponisten Ulrich Knörr.
Nach dem Allegro aus der Suite „Be Joyful in the Lord“ von Georg Friedrich Händel, in einer Bearbeitung für Vibraphon und Klavier, forderte Dagmar Grössler-Romann das Publikum zum Mitmachen auf. Beim ersten „Welcome“ bat sie die Gäste, die rechte Hand zu heben, beim zweiten die linke. Zum „everybody welcome“ sollten beide Hände zum Willkommensgruß in die Höhe gehen. Die Zuschauer nahmen die Aufforderung an und machten bereitwillig mit.
Mit dem Song „Nur ne Prise Zimt“ brachte Ylva Grössler etwas weihnachtliche Würze in den Abend und bewies später mit der Geschichte unter dem Zungenbrechertitel „Barbaras Rhabarberbar“ ein gehöriges Maß an Sprachakrobatik. „Kam Ihnen die Melodie bekannt vor?“, fragte Ralf Grössler hingegen nach der Interpretation von Georges Winstons „Joy – Allegro Piacevole“ das musikalische Hintergrundwissen des Publikums ab. „Buten und Binnen“ kam recht zögerlich die Antwort. Das war richtig. Denn sowohl die bekannte Sendung von Radio Bremen als auch George Winston bedienten sich bei Bach und dessen Choral „Jesu bleibet meine Freude“.
Sohn Yngve, der den größten Teil des Abends als Perkussionist in Erscheinung trat, sang gemeinsam mit seinem Vater das „Tauflied für Yngve“. Dieser Gesangspart steht sinnbildlich für das, was so viele Besucher schon seit vielen Jahren an den Silvesterkonzerten der Grösslers schätzen: Der familiäre Zusammenhalt, der auf der „Bühne“ sicht- und greifbar ist.
Die Zuschauer waren zufrieden. „Wir haben in den vergangenen Jahren die Konzerte besucht und fanden es immer gut. Deswegen sind wir dieses Jahr auch nach Harpstedt gefahren“, berichteten beispielsweise Regina und Hartmut Huntemann aus Wildeshausen. „Ich war das erste Mal zum Silvesterkonzert der Familie Grössler. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich habe mich mit einigen Harpstedtern unterhalten. Viele von ihnen sind jahrelang nach Wildeshausen gefahren. Das hat mich erstaunt. Wenn es 2026 stattfinden sollte, werde ich mit meiner Frau wieder hingehen“, meinte Bernd Gerke aus Klein Köhren.
Quelle: Kreiszeitung Online 02.01.2026